Altersrenten in der gesetzlichen Rentenversicherung

Description

Versicherte der gesetzlichen Rentenversicherung haben Anspruch auf Altersrente, wenn sie ein bestimmtes Lebensalter erreicht und eine Mindestversicherungszeit (Wartezeit) zurückgelegt haben. Für einige Altersrenten müssen darüber hinaus weitere besondere Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sein.

Regelaltersrente wird bei einer zurückgelegten Wartezeit von 5 Jahren (60 Monaten) und Erreichen der Regelaltersgrenze gewährt. Bis zum 31.12.2011 lag die Regelaltersgrenze bei 65 Jahren. Ab 01.01.2012 wird sie schrittweise auf 67 Jahre angehoben.

Bis 2005 frühestens ab dem vollendeten 60. Lebensjahr jedoch nach einer Übergangszeit, in der diese Altersgrenze schrittweise angehoben wurde, seit 2009 frühestens ab dem vollendeten 63. Lebensjahr erhält vorgezogene Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit, wer vor dem 01.01.1952 geboren ist, eine Wartezeit von 15 Jahren zurückgelegt hat, entweder nach Vollendung eines Lebensalters von 58 Jahren und 6 Monaten insgesamt 52 Wochen und bei Beginn der Rente arbeitslos ist oder für mindestens 24 Monate seine Arbeitszeit aufgrund von Altersteilzeitarbeit im Sinne des Altersteilzeitgesetzes (Altersteilzeit, Hilfen bei) vermindert hat und innerhalb der letzten 10 Jahre vor Beginn der Rente mindestens 8 Jahre eine rentenversicherungspflichtige Beschäftigung oder Tätigkeit ausgeübt hat. Bestimmte Zeiten, in denen der Versicherte aus nicht von ihm zu vertretenden Gründen an der Ausübung einer versicherungspflichtigen Beschäftigung oder Tätigkeit gehindert war, verlängern den Zehn-Jahres-Zeitraum.

Weibliche Versicherte haben ab dem vollendeten 60. Lebensjahr Anspruch auf Altersrente für Frauen, wenn sie vor dem 01.01.1952 geboren sind und nach Vollendung des 40. Lebensjahres mehr als 10 Jahre (mindestens 121 Monate) mit Pflichtbeitragszeiten und eine Wartezeit von 15 Jahren (180 Kalendermonaten) zurückgelegt haben.

Bei einer zurückgelegten Wartezeit von 35 Jahren erhalten schwerbehinderte Menschen frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahres Altersrente für schwerbehinderte Menschen (Behinderte Menschen, Hilfen für). Versicherte, die vor dem 01.01.1951 geboren sind, können auch dann bereits ab dem vollendeten 60. Lebensjahr Altersrente in Anspruch nehmen, wenn sie berufsunfähig oder erwerbsunfähig nach dem bis zum 31.12.2000 geltenden Recht sind (Berufsunfähigkeitsrente, Erwerbsunfähigkeitsrente) und mindestens 35 Jahre mit Versicherungszeiten (rentenrechtliche Zeiten) nachweisen können.

Versicherte, die die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt haben, haben ab dem vollendeten 63. Lebensjahr Anspruch auf Altersrente für langjährig Versicherte.

Ab 1. Juli 2014 können besonders langjährig Versicherte, die mindestens 45 Jahre in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert waren, schon mit 63 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen. Ab Jahr 1953 steigt die Altersgrenze für die abschlagsfreie Rente wieder schrittweise an. Für alle 1964 oder später Geborenen liegt sie wieder wie bislang bei 65 Jahren.

Werden Altersrenten vorzeitig in Anspruch genommen, so werden sie für die gesamte Dauer des Rentenbezuges um einen Abschlag in Höhe von 0,3 % für jeden Monat gemindert, in dem sie vor Erreichen der jeweiligen Altersgrenze bezogen werden. Im Zusammenhang mit der Anhebung der Altersgrenzen gibt es allerdings verschiedene Vertrauensschutzregelungen, die es Angehörigen der bei In-Kraft-Treten der Gesetzesänderungen zur Anhebung der Altersgrenzen bereits rentennahen Jahrgänge unter bestimmten Voraussetzungen ermöglichen, Altersrente vorzeitig mit geringerem Abschlag oder abschlagfrei zu erhalten (siehe Rentenabschlag).

Seit dem 01.01.2012 werden die Altersgrenzen für Altersrenten wie folgt angehoben:

  • Für die Regelaltersrente von 65 auf 67 Jahre: Beginnend mit dem Geburtsjahrgang 1947 steigt die Altersgrenze zunächst um einen Monat pro Jahrgang, bis die Altersgrenze von 66 Jahren erreicht ist. Anschließend wird die Altersgrenze beginnend ab dem Geburtsjahrgang 1959 um 2 Monate pro Jahrgang weiter auf 67 Jahre angehoben. Ab 2029 gilt schließlich für alle nach 1963 Geborenen die Regelaltersgrenze 67 Jahre. Eine vorzeitige Inanspruchnahme dieser Rente ist nicht möglich.
  • Für die Altersrente für schwerbehinderte Menschen wird die Altersgrenze für eine abschlagsfreie Rente für Versicherte der Geburtsjahrgänge ab 1952 stufenweise von 63 auf 65 Jahre angehoben. Die Altersgrenze für den frühestmöglichen Bezug dieser Rente unter Inkaufnahme von Abschlägen bis zu maximal 10,8 % steigt von 60 auf 62 Jahre.
  • Für die Altersrente für langjährig Versicherte wird die Altersgrenze für eine abschlagsfreie Rente für Versicherte der Geburtsjahrgänge ab 1949 stufenweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Unter Inkaufnahme von Abschlägen bis zu maximal 14,4 % kann diese Rente weiterhin frühestens mit 63 Jahren bezogen werden.
  • Bei der Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit und bei der Altersrente für Frauen ergeben sich im Zusammenhang mit der Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre keine Änderungen gegenüber dem geltenden Recht. Diese beiden Altersrenten kommen nur noch für Versicherte der Geburtsjahrgänge bis 1951 in Betracht.

Für Versicherte, die vor dem 01.01.1955 geboren sind und vor dem 01.01.2007 mit ihrem Arbeitgeber Altersteilzeit vereinbart haben oder die Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus bezogen haben, gilt eine Vertrauensschutzregelung. Für sie erfolgt keine Anhebung der Altersgrenze; sie können also weiterhin mit 65 Jahren Regelaltersrente ohne Abschlag erhalten.

Weitere Vertrauensschutzregelungen sind darüber hinaus für die Altersrente für schwerbehinderte Menschen sowie die Altersrente für langjährig Versicherte vorgesehen.

Mit Beginn der stufenweisen Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre wird ab dem 01.01.2012 eine Altersrente für besonders langjährig Versicherte neu eingeführt. Diese Altersrente können Versicherte der Geburtsjahrgänge ab 1947 bereits ab ihrem vollendeten 65. Lebensjahr (auf Wunsch auch später) ohne Abschlag in Anspruch nehmen, wenn sie mindestens 45 Jahre mit Pflichtbeitragszeiten aus einer Beschäftigung, einer selbständigen Tätigkeit, aufgrund Pflegezeiten oder Zeiten der Erziehung eines Kindes bis zu dessen 10. Lebensjahr, aufgrund eines Wehr- oder Zivildienstes oder aufgrund des Bezuges von Sozialleistungen während einer Arbeitsunfähigkeit oder Rehabilitationsmaßnahme zurückgelegt haben. Nicht zu den 45 Jahren mit Pflichtbeitragszeiten zählen Zeiten, die mit freiwilligen Beiträgen (Freiwillige Versicherung), mit Beiträgen für Zeiten der Arbeitslosigkeit oder mit beitragsfreien Zeiten (Anrechnungszeiten, Ersatzzeiten, Zurechnungszeit) belegt sind, sowie Wartezeitmonate, die durch Versorgungsausgleich gutgeschrieben sind.

Da für die einzelnen Altersrentenarten verschiedene Anspruchsvoraussetzungen, Altersgrenzen und Vertrauensschutzregelungen gelten, muss für jeden Einzelfall gesondert geprüft werden, ab wann welche Rentenart jeweils mit welchem Abschlag zusteht. Aus diesem Grund empfiehlt sich für Versicherte, die den Eintritt in den Ruhestand planen wollen, dringend eine rechtzeitige individuelle Beratung durch die Träger der Deutschen Rentenversicherung.

Versicherte, die wegen vorzeitiger Inanspruchnahme einer Altersrente Rentenminderungen hinnehmen müssen, haben bis zum Erreichen der für sie geltenden Regelaltersgrenze die Möglichkeit, diese Einbußen durch zusätzliche Beitragszahlungen ganz oder teilweise auszugleichen.

Wird der Renteneintritt hingegen trotz erfüllter Wartezeit über das Erreichen der Regelaltersgrenze hinausgeschoben, so wird die spätere Alters- bzw. Hinterbliebenenrente für jeden Kalendermonat, in dem die Rente nach dem Erreichen der Regelaltersgrenze nicht in Anspruch genommen wurde, um einen Zuschlag von 0,5 % erhöht. Ein Aufschieben des Renteneintritts um ein Jahr führt damit zu einer Rentenerhöhung um 6 %.

Eine Altersrente vor Erreichen der Regelaltersgrenze wird nur geleistet, wenn die Hinzuverdienstgrenze nicht überschritten wird. Die Hinzuverdienstgrenze beträgt bei einer Vollrente seit 01.01.2013 450 € (brutto) monatlich. Bei Inanspruchnahme der Altersrente als Teilrente gelten besondere Hinzuverdienstgrenzen, die für jeden Versicherten individuell entsprechend des Arbeitsverdienstes, aus dem er in den letzten 3 Kalenderjahren vor Beginn der Altersrente Rentenversicherungsbeiträge gezahlt hat, errechnet werden. Nach Erreichen der Regelaltersgrenze fallen alle einschränkenden Bestimmungen für die Berufstätigkeit weg, d.h. es darf dann in beliebiger Höhe zur Rente hinzuverdient werden, ohne dass sich dies auf die Rentenhöhe auswirkt.

Altersrente wird nur auf Antrag (Rentenantrag) gewährt. Wird dieser spätestens innerhalb von drei Kalendermonaten nach Erreichen der jeweiligen Altersgrenze gestellt, beginnt die Rente mit Ablauf des Kalendermonats, in dem die Voraussetzungen erfüllt sind, bei späterer Antragstellung mit dem Ersten des Antragsmonats. Der Rentenbeginn kann aber auch durch Weiterarbeit hinausgeschoben werden.

Höhe der Rente Rentenberechnung; Altersrente für langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute Knappschaftsversicherung; Altersgeld für Landwirte Alterssicherung der Landwirte

§§ 34-37, 40, 42, 236-238 Sozialgesetzbuch VI

Gesetzliche Rentenversicherungsträger

www.deutsche-rentenversicherung.de

Legal bases

Remedy

Widerspruchsverfahren vor Sozialgerichtsprozess

Widerspruch, sozialgerichtliche Klage

Status: 11.12.2014

Responsible for editing: Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration

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