Altersvorsorge, zusätzliche private

Description

Seit dem 01.01.2002 wird der Aufbau einer zusätzlichen kapitalgedeckten privaten oder betrieblichen Altersversorgung – besser bekannt unter der Bezeichnung "Riester-Rente" - staatlich gefördert. Die zusätzliche Altersvorsorge ist freiwillig. Die staatliche Förderung besteht in einer Zulage und einem steuerlichen Sonderausgabenabzug.

Förderberechtigt sind:

  • Pflichtversicherte in der inländischen gesetzlichen Rentenversicherung: Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft, Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst, bestimmte Selbstständige (z.B. Handwerker), Bezieher von Arbeitslosen- und Krankengeld, Bezieher sonstiger Entgeltersatzleistungen, Bezieher von Vorruhestandsgeld, Pflegepersonen, Wehr- und Zivildienstleistende, geringfügig Beschäftigte (allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sie sich nicht von der Versicherungspflicht befreien lassen, also den Pauschalbetrag, den ihr Arbeitgeber zur Rentenversicherung zahlt, freiwillig auf den vollen Betrag aufstocken), Behinderte in Werkstätten
  • Pflichtversicherte nach dem Gesetz über die Alterssicherung der Landwirte
  • Arbeitslose, die bei einer inländischen Agentur für Arbeit als Arbeitsuchende gemeldet sind und eine öffentlich-rechtliche Leistung beziehen oder nur wegen des zu berücksichtigenden Einkommens oder Vermögens nicht beziehen
  • Bezieher von Arbeitslosengeld II (Grundsicherung für Arbeitsuchende)
  • Beamte, Richter, Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit
  • Kindererziehende, soweit sie Kindererziehungszeiten in der inländischen gesetzlichen Rentenversicherung erhalten oder nur wegen der Versicherungsfreiheit nicht in Anspruch nehmen können
  • Ehegatten/Lebenspartner förderberechtigter Versicherter, sofern sie einen förderfähigen Altersvorsorgevertrag auf den eigenen Namen abschließen und die Ehepartner/Lebenspartner nicht dauernd getrennt leben
  • Personen, die eine Rente wegen voller Erwerbsminderung oder Erwerbsunfähigkeit oder eine Versorgung wegen Dienstunfähigkeit beziehen. 

Keine Förderung erhalten freiwillig Versicherte, nicht rentenversicherungspflichtige Selbstständige, geringfügig Beschäftigte, die sich von der Versicherungspflicht befreien lassen,  Pflichtversicherte in berufsständischen Versorgungseinrichtungen (z.B. Ärzte, Apotheker, Rechtsanwälte), Sozialhilfebezieher und grundsätzlich Rentner.

Jeder Förderberechtigte kann bis zu 2 förderfähige Altersvorsorgeverträge abschließen (betriebliche Altersvorsorge einbezogen). Voraussetzung für die Förderung ist, dass die jeweiligen Anlageformen eine Reihe von Kriterien erfüllen. Bei Verträgen, die nach dem 31. Dezember 2011 abgeschlossen werden, dürfen die Leistungen nicht vor Vollendung des 62. Lebensjahres ausgezahlt werden. Außerdem müssen zu Beginn der Auszahlungsphase mindestens die eingezahlten Beiträge zugesichert sein. Die Auszahlung muss als lebenslange monatliche Leistung erfolgen, wobei bis zu 30 % des zu Beginn der Auszahlungsphase zur Verfügung stehenden Kapitals einmalig ausgezahlt werden darf. Außerdem muß die Altersversorgung seit 01.01.2006 unabhängig vom Geschlecht berechnet werden (sog. Unisex-Tarif). Anlageformen, die alle für die Förderung vorausgesetzten Kriterien erfüllen, werden vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zertifiziert, d.h. als förderfähig anerkannt.

Der Antrag auf Zulagenförderung muss bis zum Ablauf des zweiten Kalenderjahres, das auf das Beitragsjahr folgt, bei dem Anbieter des Vertrages eingereicht werden.

Voraussetzung für die volle Förderung ist ferner, dass der Förderberechtigte einen Mindesteigenbeitrag leistet.  Dieser beträgt seit dem Jahr 2008 4% des sozialversicherungspflichtigen Einkommens  bzw. der Besoldung des jeweiligen Vorjahres und setzt sich aus einem Eigenbeitrag und den staatlichen Zulagen zusammen. Mindestens müssen jährlich 60 € gezahlt werden. Sind alle diese Voraussetzungen erfüllt, erhält der Förderberechtigte eine staatliche Grundzulage, die seit 2008 jährlich 154 € beträgt. Für Personen, die zu Beginn des Beitragsjahres das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben ("Berufsanfänger"), und unmittelbar förderberechtigt sind, erhöht sich die Grundzulage einmalig um 200 €. Außerdem wird für jedes kindergeldberechtigte Kind zusätzlich eine Kinderzulage gezahlt, die seit 2008 jährlich 185 € ausmacht. Für alle nach dem 31.12.2007 geborenen Kinder gibt es eine Kinderzulage von 300 € pro Jahr. Die Kinderzulage erhält der Kindergeldempfänger. Bei zusammen veranlagten Eltern bekommt sie die Mutter, auf Antrag beider Elternteile der Vater.

Die Aufwendungen für die Riester-Rente einschließlich der erhaltenen staatlichen Zulagen können jährlich bis zu 2.100 € als Sonderausgabe im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung abgesetzt werden. Sofern der steuerliche Vorteil hieraus den Wert der zustehenden Zulagen übersteigt, wird die Differenz im Rahmen der Steuerrückzahlung vom Finanzamt an den Förderberechtigten ausgezahlt.

Seit 01.01.2008 wird auch der Kauf oder die Entschuldung einer Wohnimmobilie (eigenes Haus, Eigentumswohnung oder Genossenschaftswohnung einer eingetragenen Genossenschaft) im Rahmen der Riester-Rente gefördert (sog. "Wohnriester"). Ab dem Veranlagungszeitraum 2014 kann das angesparte Kapital als Altersvorsorge-Eigenheimbetrag vollständig oder teilweise entnommen werden. Bei einer teilweisen Entnahme müssen mindestens 3.000 € Restkapital im Vertrag bleiben. Voraussetzung ist, dass die Immobilie zu eigenen Wohnzwecken als Hauptwohnsitz genutzt wird und in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union oder in einem Staat, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum anwendbar ist, liegt. Ferienimmobilien sind von der Förderung ausgeschlossen. Eine Verpflichtung zur Rückzahlung des entnommenen Betrags in einen Altersvorsorgevertrag besteht nicht mehr.

Ab dem Veranlagungszeitraum 2014 kann der Altersvorsorge-Eigenheimbetrag auch für die Finanzierung eines barrierereduzierten Umbaus einer Wohnung entnommen werden.  

Für die Besteuerung im Alter wird, da beim Wohn-Riester kein Geld fließt, ein fiktives Wohnförderkonto gebildet. Auf diesem werden die Zulagen und die geförderten Tilgungsraten vermerkt und in der Ansparphase jährlich um 2 % erhöht. Die insgesamt aufgelaufene Summe muss frühestens ab dem 60. Lebensjahr und spätestens ab dem 68. Lebensjahr bis zu 25 Jahre lang versteuert werden. Alternativ besteht die Möglichkeit, die Steuerschuld auf einmal zurück zu zahlen. In diesem Fall gewährt das Finanzamt einen Abschlag von 30 %.  

Wird gefördertes Altersvorsorgevermögen nicht entsprechend den Zertifizierungsvoraussetzungen ausgezahlt (schädliche Verwendung), sind die erhaltenen Zulagen und die erhaltene Steuerermäßigung zurückzuzahlen. Eine Ausnahme hiervon besteht u. a., wenn eine geförderte Immobilie krankheits- oder pflegebedingt nicht mehr bewohnt werden kann (z. B. durch Umzug ins Pflegeheim). In diesem Fall bleibt das Wohnförderkonto erhalten, sofern der Rentner Eigentümer der Immobilie bleibt, ihm diese weiterhin zur Selbstnutzung zur Verfügung steht und die Immobilie nicht von Anderen, mit Ausnahme des Ehepartners, bewohnt wird.

Seit 01.01.2005 wird zusätzlich der Aufbau einer sog. Basisrente-Alter ("Rürup-Rente" genannt) staatlich gefördert. Den Steuervorteil erhalten alle Steuerpflichtigen, wenn sie einen Vertrag abschließen, der die Zahlung einer monatlichen lebenslangen Leibrente nicht vor Vollendung des 62. Lebensjahres vorsieht und der nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar,  nicht veräußerbar sowie nicht kapitalisierbar ist.

Ab dem Veranlagungszeitraum 2014 werden auch Beiträge zur Absicherung gegen den Eintritt der verminderten Erwerbstätigkeit, ggf. verbunden mit einer Absicherung gegen den Eintritt der Berufsunfähigkeit, staatlich gefördert (Basisrente-Erwerbsminderung).

Die Basisrente-Alter und die Basisrente-Erwerbsminderung sind eine besondere Form der privaten Rentenversicherung und werden, anders ald die Riester-Rente, ausschließlich steuerlich gefördert. Auch Basisrentenverträge müssen vom Bundeszentralamt für Steuern zertifiziert werden. Ab dem Veranlagungszeitraum 2010 kann der Steuervorteil nur noch für zertifizierte Basisrentenverträge gewährt werden. Erfüllt ein Altersvorsorgevertrag die Voraussetzungen, sind die geleisteten Vorsorgeaufwendungen bis zu einem bestimmten Höchstbetrag zu berücksichtigen. Der jährliche Höchstbetrag beträgt für das Jahr 2014 15.600 € (2013: 15.200 €) und wird bis zum Jahr 2025 schrittweise auf 20.000 € angehoben.  Bei zusammenveranlagten Ehegatten/Partnerschaften verdoppelt sich der Höchstbetrag.

Zu beachten ist, dass dieser Höchstbetrag gemeinsam für alle Vorsorgeaufwendungen der Basisversorgung gilt, also z.B. auch für Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, und er außerdem um den steuerfreien Arbeitgeber-Anteil zur gegsetzlichen Rentenversicherung vermindert wird.

Altersvermögensgesetz; Alterseinkünftegesetz; Eigenheimrentengesetz

Bundeszentralamt für Steuern (für die Zertifizierung), Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen bei der Deutschen Rentenversicherung Bund (für die staatliche Zulage), Finanzämter (für die steuerliche Förderung), private Träger (für die Anlageformen).

www.deutsche-rentenversicherung.de

www.die-rente.info

www.ihre-vorsorge.de

www.bzst.de  

Status: 18.12.2013

Responsible for editing: Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration

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